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Gemeinsam für die Bienen

Das Projekt Bienenweide Latscher Sonnenberg wird fortgesetzt

17.05.2021

VIP (Verband der Vinschger Produzenten für Obst und Gemüse) und die Imker im Vinschgau arbeiten eng zusammen, um die Bienenvölker zu schützen. Beim Baumfest am Samstag, 15. Mai am Latscher Sonnenberg wurde das Projekt Bienenweide fortgesetzt.

Die Obstwirtschaft und die Imker brauchen einander und pflegen bereits seit Jahren eine enge Zusammenarbeit zum Wohl der Bienen. So unterstützt VIP, der Verband der Vinschger Produzenten für Obst und Gemüse, die Imker mit verschiedenen Projekten wie der Bienenköniginnen-Zucht, der Bienenwanderung und seit vorigem Jahr der Bienenweide am Latscher Sonnenberg – eine gemeinsame Initiative der Autonomen Provinz Bozen, des Forstinspektorats Schlanders, VIP, der Eigenverwaltung B.N.R. Latsch und des Imkerbundes Latsch. Beim Baumfest am Samstag, 15. Mai informierten Vertreter von VIP, der Imker und des Forstinspektorats Schlanders sowie Landesrat Arnold Schuler über den aktuellen Stand des Projektes und erläuterten die bisher gesetzten Maßnahmen.

Im vorigen Jahr startete das Projekt „Bienenweide am Latscher Sonnenberg“, bei dem für Bienen und anderen Insekten geeignete Trachtpflanzen angepflanzt wurden. Diese bieten den Bienen in der Zeit zwischen Obstblüte und Übersiedlung in höheren Lagen eine ideale Nahrungsquelle. „Auf der Bienenweide am Latscher Sonnenberg wurden 17 Arten Bäume und Sträucher gepflanzt, bisher insgesamt 1.400 Stück. Die Forstarbeiter investierten in die Bienenweide 550 Arbeitsstunden.“, informierte Georg Pircher, Leiter des Fortinspektorat Schlanders.

Obstanlagen als wichtiger Lebensraum

Die Obstanlagen gelten als wichtiger Futterquelle und Lebensraum für die Biene. „Der Bienenschutz ist dabei im Sinne unserer strategischen Ausrichtung für einen naturnahen und nachhaltigen Anbau, aber auch im Sinne der politischen Diskussion zur Ökologisierung des Lebensraumes“, erläutert Thomas Oberhofer, VIP-Obmann, „als VIP unterstützen wir daher die Imker mit mehreren Maßnahmen, pflegen einen offenen Austausch und eine langjährige Zusammenarbeit“. So stellen die Obstbauern zur Blütezeit einen Platz in den Obstanlagen zur Verfügung, wo die Imker ihre Bienenstöcke abstellen können. Zugute kommt dies beiden: Die Bienen finden Blütennektar und Pollen als Nahrungsquelle vor, gleichzeitig bestäuben sie die Apfelbäume. Zum Zeitpunkt der Apfelblüte schwirren zirka 5.000 Bienenvölker in den blühenden Obstwiesen des Vinschgaus umher, das entspricht zirka einem Bienenvolk pro Hektar. Die Honigbiene ist dabei eines der wichtigsten Bestäubungsinsekten im Obstanbau und ein effizienter Bestäubungsdienstleister: Mit ihrem Flug von Blüte zur Blüte überträgt sie Pollen, die in ihrem Haarkleid hängengeblieben sind, und sorgt so für die Befruchtung der Blüten. Durch diese Bestäubungstätigkeit wird nicht nur der landwirtschaftliche Ertrag gesichert und die Qualität der Früchte erhöht, sondern auch die Biodiversität gewährleistet.
Im Bild (v.l.n.r.): Andreas Weitgruber (Eigenverwaltung B.N.R. Latsch), Peter Tscholl (Imkerbund Latsch), Georg Pircher (Fortinspektorat Schlanders), Thomas Oberhofer (VIP) und Arnold Schuler (Landesrat).

Bauern ist Bienenschutz wichtig

Zum Schutz der Bienen gibt es eigene Bestimmungen und Spielregeln, die in den für den Bauern geltenden Anbaurichtlinien festgeschrieben sind. Diese Bestimmungen beinhalten mehrere bienenfreundliche Maßnahmen, wie unter anderem die fachgerechte Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln. Das Amt für Obst- und Weinbau definiert alljährlich während der Bienenwanderung einen Zeitraum, in dem das Ausbringen von bienengefährlichen Pflanzenschutzmitteln untersagt ist. Dieses Verbot muss von den Bauern unbedingt eingehalten werden. Auch außerhalb der Bienenwanderung gilt diese Agrarpraxis zum Schutz der Bienen. Zudem werden Anbaumaßnahmen so gesetzt, dass die Biene nicht in Kontakt mit dem Pflanzenschutzmittel kommt: Zum einen wird darauf geachtet, dass die notwendigen Behandlungen mit Pflanzenschutzmittel auf die Morgen- und Abendstunden verlegt werden, wo sich die Bienen im Stock befinden. Weiters wird darauf geachtet, dass der blühende Unterbewuchs gemulcht ist.

Es geht nur miteinander

Der Bienenschutz und die Zusammenarbeit zwischen Imker und Obstbauer sind daher ein Anliegen, das für beide Partner unverzichtbar ist: Die Bauern sind darauf angewiesen, dass die Bienenvölker der Imker ihre Obstanlagen bestäuben. Und den Imkern ist es eine sehr willkommene Möglichkeit, dass sie ihre Bienenvölker in das Meer von Milliarden Blüten bringen können.
 

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