INTERVIEW MIT KURT RATSCHILLER, VERTRIEBSLEITER VIP
Zum Einstieg lohnt sich ein Blick auf die bisherigen Ergebnisse und deren Einordnung in die Zukunftsprognosen von VIP. Dabei geht Kurt Ratschiller auch auf die aktuelle Marktsituation ein, die als Referenzrahmen für VIP dient.
Welche Erwartungen hat VIP für das kommende Jahr? Können wir von einem stabilen Markt ausgehen?
„In dieser Saison starten wir mit leeren Lagern – sowohl im Vinschgau als auch international. Das ist ein bedeutender Vorteil, da wir die neue Ernte ohne Altbestände und entsprechenden Verkaufsdruck platzieren können.
In Europa ist kein Überangebot zu erwarten, was günstige Voraussetzungen für stabile Preise und eine ausgewogenere Verteilung auf den verschiedenen Märkten schafft. Auch auf unseren Exportmärkten außerhalb Europas sehen wir heuer gute Chancen. Um auf die Frage zu antworten: Ich bin überzeugt, dass
wir gute Voraussetzungen für einen stabilen internationalen Markt haben.“
Qualität war schon immer eine der großen Stärken von VIP. Lässt sich das auch in diesem Jahr bestätigen?
„Wir haben heuer eine bessere Ausbeute an Ware für den Frischmarkt und darin eine bessere Qualitätsausbeute. Die Sortierergebnisse zeigen weniger Mängel, weniger Druckstellen und eine bessere Färbung. Das sind entscheidende Faktoren, um unsere Position als zuverlässiger Anbieter mit überdurchschnittlicher Qualität
auf unseren Märkten zu festigen.“
ENTWICKLUNG AUF DEN INTERNATIONALEN MÄRKTEN
Im weiteren Verlauf des Gesprächs richtet sich der Fokus auf die wichtigsten Absatzmärkte von VIP, mit besonderem Augenmerk auf das wachsende Bio-Segment.
Wie entwickeln sich die Auslandsmärkte für Bio?
„Deutschland, das im vergangenen Jahr über geringe Lagerbestände verfügte, kehrt in dieser Saison zu
einer guten Ernte zurück. Das führt zu einer geringeren Aufnahme einiger unserer Sorten, für die der
deutsche Markt wichtig ist insbesondere Braeburn, Bonita und Kanzi®.
Entsprechend ist davon auszugehen, dass unser wichtiger Skandinavischer Bio-Markt heuer umkämpfter sein
wird.
Positiv auch, dass wir bisher auch unsere Bio-Präsenz auch in Osteuropa ausdehnen konnten. In Spanien hingegen wird die Ernte unter dem Durchschnitt liegen – eine konkrete Chance, unsere Präsenz auch für Bio in unserem wichtigsten Exportmarkt weiter auszubauen.
Und wie stellt sich die Situation in Italien dar?
„Gleichzeitig beobachten wir in Italien – unserem drittwichtigsten Bio-Markt – einen steigenden Bio Konsum. Bei einer geringeren nationalen Bio-Ernte und wachsender Nachfrage werden wir unsere Marketingaktivitäten für Bio-Äpfel von Beginn der Saison an intensivieren.“
QUALITÄT UND ZUVERLÄSSIGKEIT
Zum Abschluss des Interviews steht die ganzjährige Verfügbarkeit von Äpfeln bei VIP im Fokus: 365 Tage im Jahr sorgt das Konsortium für Kontinuität, Sortenvielfalt und Verlässlichkeit und positioniert sich damit als effizienter und idealer Partner entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Eine zentrale Sorte ist zweifellos Golden Delicious. Wie entwickelt sich die Produktion?
„Die Golden-Produktion ist sowohl auf europäischer als auch auf italienischer Ebene gut auf die Marktbedürfnisse abgestimmt. Das ist ein sehr positives Signal für eine unserer wichtigsten Sorten. Die Bestände zum 1. Dezember sind international etwas unter dem Vorjahres-Niveau. In Italien sehen wir zum 1.
Dezember sogar den kleinsten Golden-Bestand der letzten Jahre.“
Hat das Klima insgesamt Einfluss auf die Qualität genommen?
„Der besonders kühle Juli hat das Fruchtwachstum verlangsamt. Dadurch fällt das Kaliber tendenziell kleiner aus als im Vorjahr. Märkte wie Übersee, Indien sowie Ost- und Südosteuropa können diese mittleren bis kleineren Kaliber gut aufnehmen. Die Verfügbarkeit von Kaliber 80+, die für Italien und Spanien von
zentraler Bedeutung sind, wird hingegen begrenzt sein.“
VIP blickt mit Entschlossenheit auf das Jahr 2026 und verfolgt das Ziel, seine Rolle als First Class Apple Partner weiter zu festigen – dank eines breiten Sortiments, einer sorgfältigen Marktsteuerung und einer insgesamt exzellenten Qualität, die den Anforderungen und der Nachfrage des Lebensmitteleinzelhandels
gerecht wird.
Die von Kurt Ratschiller skizzierte Strategie bestätigt: Qualität bleibt der entscheidende Schlüssel, um sich
zu differenzieren und nachhaltig zu wachsen – ein Wert, der jede Phase der neuen Saison prägen wird.